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Die Anti-AKW-Szene Bern hat einen neuen, monatlichen Treff PDF Drucken E-Mail

AKW-Gegner diskutieren im Breitschträff
Von Claudia Salzmann. Aktualisiert um 20:28

Die Anti-AKW-Szene Bern hat einen neuen, monatlichen Treff. Am Mittwoch trafen sie sich im Breitschträff, um über die bevorstehenden Atommüll-Transporte in Deutschland zu diskutieren, aber auch um die Berner Anti-AKW-Bewegung zu stärken.

Robert Rottermann bereitet das Abendessen für die AKW-Gegner vor. «Die Leute begreifen langsam, dass man mit Umweltschutz Geld verdienen kann». Bild: Claudia Salzmann

«Fozelschnitte», ruft Robert Rottermann aus und sein Ruf hallt über den Breitenrainplatz. Er steht vor dem Breitschträff und rüstet Äpfel. Neben ihm stehen zwei Frauen, die Brotscheiben in Milch und Ei wenden, um sie danach in der Bratpfanne auf dem offenen Feuer zu rösten. Der Rauch vermischt sich mit dem Novembernebel, es ist 19 Uhr und bereits stockdunkel. Es riecht nach Apfelmus und leicht verkohltem Brot. Das Essen findet Anklang, Passanten bleiben stehen, ein Junge, der wohl aus dem Fussball-Training kommt, schaut hungrig drein. Viele Leute stehen an, um sich eine der Schnitten zu ergattern. Eine Kollekt-Büchse steht auf dem «Chilbi»-Tisch.

Drinnen im Treff sitzen rund 20 Leute und spachteln zufrieden ihr Abendessen. In einer Stunde wird hier das Treffen der Berner Anti-AKW-Begegnung stattfinden. Seit das Camp geräumt wurde, gab es nur noch wenige Veranstaltungen, wo man die Aktivisten sah: Die Blockade und eine Podiumsdiskussion in der Reithalle.

«Das Thema ist für die Bevölkerung auch wieder in den Hintergrund gerückt», meint Christa Ammann, eine Aktivistin. «Wir wollen einfach wieder einen Treff haben, wo wir uns austauschen können und neue Ideen zu sammeln.»

Regelmässiger Treff


Das ist nun der Fall. Gemeinsam mit dem Breitschträff ist an jedem 1. Mittwoch im Monat ein Anti-AKW-Treff geplant. Vorher werde es ein einfaches Abendessen geben und danach werde diskutiert, heute stehen die Atommüll-Transporte vom Dezember in Deutschland auf dem Programm.

«Ich war bei der ersten Anti-AKW-Bewegung vor 20 Jahren dabei», erzählt Robert und rüstet weiter Äpfel. «Die Leute müssen einfach realisieren, dass alle Ressourcen vorhanden sind, wir sie nur richtig nutzen müssen.»

Was das Jahr 2011 für die Anti-Atom-Bewegung gebracht habe? Christa Amman meint dazu: «Die Leute wurden für das Thema sensibilisiert und die AKW-Gegner bekamen Zulauf von jüngeren, die Tschernobyl nicht erlebt haben oder noch zu klein waren. Doch rein politisch haben wir noch keinen Schritt vorwärts gemacht, auch wenn der Ausstieg für 2050 geplant ist.» Nun nach den Nationalratswahlen mit einem Viertel weniger Grünen in der grossen Kammer werde es auch wieder schwieriger werden. «Umso wichtiger ist es, dass wir weitermachen.» (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 02.11.2011, 20:28 Berner Zeitung